Tierarztpraxis Dr. med. vet. Peter Hammer - Zahnerkrankungen
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Zahnerkrankungen

Zahnheilkunde

Pferde-Doktor bohrt mit dem "Big John"

Von Hakan Keser am 22. März 2010 17:40 Uhr

DORSTEN Dr. Peter Hammer ist der einzige Tierarzt im Kreis Recklinghausen mit Schwerpunkt Zahnheilkunde bei Pferden. Dabei dürfen die Instrumente, die zum Einsatz kommen, auch schon mal etwas größer sein, wie beispielweise der Bohrer "Big John" eindrucksvoll beweist. Dr. Peter Hammer spricht während der Zahnbehandlung mit ruhiger Stimme. Er nimmt sich Zeit für seine Patienten und versucht, sie zu beruhigen. Eigentlich die idealen Rahmenbedingungen für Patienten, die mit gemischten Gefühlen zum Zahnarzt kommen.

Allerdings profitieren nur Pferde von dem ausgeglichenen Dorstener Mediziner, denn Dr. Hammer ist Tierarzt mit Schwerpunkt Zahnheilkunde bei Pferden.

Zwei polnische Warmblüter

Odin und Golo heißen die beiden polnischen Warmblüter, die er am Samstag in Kirchhellen behandelte. Sie wurden vor wenigen Wochen von der Stallgemeinschaft Jochem Fahle und Werner Jandewerth als Kutschpferde gekauft. Dr. Hammer sieht sofort, dass bei den beiden zehnjährigen Pferden bislang keine Zahnbehandlung durchgeführt wurde. Eine vierjährige Fortbildung und 70 erfolgreiche Zahnbehandlungen musste er vorweisen, ehe er sich mit einer Prüfung zertifizieren lassen durfte. Meist muss der Arzt "Haken" und Kanten wegraspeln, die sich an den unteren und oberen Backenknochen bilden. So auch bei Odin und Golo. "Pferdezähne wachsen ein Leben lang", erklärt Dr. Hammer, während er überprüft, ob das Beruhigungsmittel bei Odin schon wirkt. Da die Zähne aber nicht gleichmäßig abgenutzt werden, entstehen scharfe Kanten und Haken, die regelmäßig entfernt werden müssen. Ansonsten drohen Verletzungen der Backenschleimhaut und der Zunge.

Zwei große Kisten

Gleich mit zwei großen Kisten rückt der einzige auf Zahnmedizin spezialisierte Tierarzt im Kreis Recklinghausen an. In seiner Ausrüstung sind verschiedene Raspeln, die mit Diamanten besetzt sind, und lange Aufsätze für die Bohrmaschine sowie eine Kabeltrommel. Die meisten Instrumente, die zum Einsatz kommen, sind Spezialanfertigungen, die nur in den USA hergestellt werden. Mittlerweile ist Odin ein Beruhigungsmittel gespritzt worden, das zwei Stunden wirkt. Seine Besitzer Werner Jandewerth und Jochem Fahle assistieren Dr. Hammer. Vorsichtig wird der Kopf des Pferdes auf eine Stütze gelegt und noch einmal überprüft, ob das Beruhigungsmittel wirkt. Für die Dauer der Behandlung wird ein Maulgatter angelegt. "Dann können wir gleich vernünftig arbeiten", erklärt Dr. Hammer, der sich dann Ohrstöpsel einsetzt und noch einmal seine Stirnlampe überprüft.

Spezialaufsatz

Was dann zu hören ist, ist das gleichmäßige Geräusch der Bohrmaschine, die den Spezialaufsatz von fast einem halben Meter Länge mit dem passenden Namen "Big John" antreibt. Immer wieder überprüft er das Gebiss von Odin, der von der Behandlung nichts mitbekommt, und spült das Maul aus. "Jedes Pferd ist anders", weiß der Veterinär, der 50 Pferde im Monat behandelt und sich auf jedes Tier neu einstellen muss.

Nach der erfolgreichen Behandlung und ihrer Feuertaufe als "Zahnarztassistenten" freuten sich Jandewerth und Fahle auf die erste Kutschfahrt mit ihren neuen Pferden.

Einen interessanten Beitrag sehen Sie auch im Internet unter http://www.wmtv-online.de/sendungen/wmaktuell.html vom 08.04.2010.

 
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